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Bevor ich los lege muss ich zugeben, dass die Überschrift sehr Provokant ist und natürlich gibt es immer noch Beziehungen die funktionieren. Es ist trotzdem meiner Meinung nach im Vergleich zu früher schwerer geworden.
Obwohl es ja durch das Internet ein fach sein sollte, und genau da kommen wir zum größten Problem.

Das Internet und die Qual der Wahl.

Durch die Möglichkeit mit allen und jedem aus dem ganzen Land, stetig in Kontakt zu sein ist es dann doch schwerer geworden einen Partner/in zu finden.
Bei Tinder und Co. fängt es schon an. So einfach war es noch nie den Traummann oder die Traumfrau zu finden man swiped einfach nach links oder rechts, je nach dem ob einem die Person auf dem ersten Blick gefällt oder eben nicht.
Dabei weiß man ja gar nicht ob die Person, nicht doch Sympathisch ist. Man orientiert sich hier direkt nur an Oberflächlichkeiten. Natürlich spielt das äußere auch eine Rolle, das möchte ich gar nicht abstreiten.
Das Problem ist nur man fängt an, ein Muster zu entwickeln und neigt dazu öfter nach links zu swipen, da man immer etwas findet was einem stört und man was „besseres“ findet.
Im echten Leben gibt es kein swipen, man sieht jemanden und entscheidet direkt ob er einem gefällt oder nicht.
Dabei kommt auch die Körpersprache und Ausstrahlung zum Einsatz, die eine ganz andere Wirkung auf einen hat.
Bilder hingegen tun sich da sehr schwer, da ändert auch kein oben ohne Bild etwas oder ein sehr freizügiges Bild.
Im gegenteil man Steckt diese Person, dann eher in Schubladen.

Hat man es dann mal geschafft ein Match zu bekommen, geht es ans eingemachte. Man freut sich und schickt direkt ein „Hi“ an die andere Person.
Nach ein paar Tagen warten kommt dann, die Enttäuschung. Keine Antwort. Warum? Die Nachricht war womöglich zu einfach und hat dem Qualitätsstandard nicht entsprochen. Dabei haben ja beide im Vorfeld die Entscheidung getroffen sich kennen zu lernen. Komischer Trend. Es ist ja nur eine Begrüßung und soll als Eisbrecher dienen.

Ok dann macht man es beim nächsten Match besser. Ein ansprechender Text wird verfasst und abgeschickt.
Und es klappt es kommt direkt zum Gespräch.
Kommt man auf ein Thema bei dem man nicht einer Meinung ist, schlägt die Konversation schnell ins Negative um und der Kontakt bricht ab.

Nächstes Match, passender Text getippt und abgeschickt, Gespräch läuft und man achtet darauf wie das gespräch verläuft.
Doch auf einmal kommt keine Antwort mehr. Du wartest zwei Tage ab und schreibst noch einmal. Keine Antwort.
Dabei lief es doch gut. Du fragst dich was du falsch gemacht hast, wirst es aber nie erfahren.
In den meisten fällen liegt es gar nicht an einem selbst sondern eher daran, dass die andere Person die App gelöscht hat oder einfach nicht mehr Aktiv ist.
Und so wiederholen sich die Szenarien bis man es mal zum Date schafft.

Das erste Date

Hat man diese Hürde überstanden, sieht man nun sein Date in Natura.
Schnell bemerkt man, dass die Person ganz anders Aussieht als man es von den Fotos kennt.
Das wird aber nicht nur dir auffallen, sondern auch deinem gegenüber.
Fotos vermitteln nicht unbedingt ein falsches Bild aber ein anderes. Das liegt daran, dass wir gerade bei Selfies immer den perfekten Winkel, die perfekten Lichtverhältnisse und den perfekten Blick wählen.
Zudem entscheiden wir, was die andere Person zu sehen bekommt.
Wir faken uns selbst um besser, beim gegenüber an zu kommen.
Körpersprache, Gerüche, Gesten und Stimme, kannte man vor dem ersten Date meist auch nicht.
Womöglich hat man schon einmal die Stimmen gehört, wenn nicht alles rein auf Textbasis geblieben ist 

Diese Dinge können über ein zweites Date entscheiden.
Lernt man eine Person in echt kennen, fallen diese Dinge vermutlich schon beim ersten Gespräch auf, dennoch lernt man beim Texten viel über die Person (Hobbies und Gewohnheiten). Neben dem äußerlichen Urteil.

Die Realität

In der Realtität sieht das natürlich anders aus. Dort stößt man aber auf andere Probleme.
Hat man einen Partner gefunden und kommt frisch zusammen, kommt die Rosarote Brille zum Einsatz.
Gern übersieht man Macken die einen später richtig stören. Die sogar für Streit sorgen.
Die ersten Monate stellen eine Beziehung hart auf die Probe.
Zudem lernt man, bei einer überstürzten Beziehung, die andere Person erst so richtig kennen und entdeckt neue Dinge die einen stören können.

Hat man die falschen Erwartungen an eine Beziehungen, kann das ein Grund sein für das aus einer Beziehung.
„Mein Partner macht mich nicht mehr glücklich!“ Diesen Satz hat jeder bestimmt schon einmal gehört.
Ist man mit der Grunderwartung in eine Beziehung gegangen, dass einen der Partner glücklich machen soll.
So wird der Tag bzw. der Zeitpunkt kommen, an dem dies nicht mehr der Fall sein wird.
Mit dem älter werden der Beziehung entwickelt man Muster und gewisse Dinge nehmen ab, zum Beispiel die Romantik.
Daran kann man aber gemeinsam arbeiten, generell ist eine Beziehung keine Einbahnstraße, man muss es aber gemeinsam tun und miteinander Kommunizieren. Das passiert, aber in den seltensten Fällen.
Es ist falsch immer nur Erwartungen aneinander zu stellen.
Im Gegenteil, wenn man in einer Beziehung etwas gibt soll man es machen ohne etwas zu wollen, sonst erlebt man nur Enttäuschungen.

Durch Medien und Social Media, werden falsche Bilder einer Beziehung suggeriert, die somit auch falsche Erwartungen vermitteln. Oft sieht man nur die guten Momente der Beziehung und selten die schlechten, die eine Beziehung erst stark machen.

Oft werden Beziehungen eingegangen, weil man mit sich selbst unzufrieden ist und man denkt, eine Beziehung könnte einem helfen.
Das ist nicht nur dem Partner unfair sondern setzt auch absolut falsche Erwartungen an die Beziehung selbst.
Niemand kann dich mehr lieben, als du dich selbst.
Also arbeite an dir selbst oder lass dir von deinem Partner helfen, aber ohne Erwartungen. Sondern steht die Probleme gemeinsam durch.

Von einer Beziehung zur nächsten zu hüpfen wird dich, langfristig nicht glücklicher machen.

Beziehungskiller – WhatsApp

Durch die ständige Erreichbarkeit entstehen auch einige Probleme.
In WhatsApp gibt es die Option zu sehen wenn Jemand Online ist, wann Jemand Online war und ob die Nachricht gelesen wurde.
Diese Funktionen, lassen sich auch Ausschalten. Das löst aber nicht das Problem.
Ist der Partner Online und man bekommt keine Antwort auf, seine Nachrichten, auch nach einige Minuten bis Stunden nicht. Kann dies sehr frustrierend sein und sogar Eifersucht wecken.
Nachrichten die gelesen und unbeantwortet zurück gelassen werden, sind generell sehr nervig.
In einer Beziehung kann dies aber ein anderes Ausmaß annehmen.
Mangelnde Kommunikation durch kurze Sätze oder unverständlichen Abkürzungen, können auch ein Bezieheungskiller sein.

Natürlich gibt es Beziehungen die durch das Internet entstanden sind. Natürlich gibt es funktionierende Beziehungen.
Was ich mit diesem Beitrag aber klarstellen möchte ist, dass es durch das Internet nicht einfacher geworden ist, ganz im Gegenteil. Es ist schwerer geworden.
Wir reden weniger mit einander, verlassen uns auf Oberflächlichkeiten und stellen zu hohe Erwartungen an einander.
Es ist einfacher geworden viele Personen kennen zu lernen, aber schwerer geworden die eine Person zu finden.
Das heißt aber nicht, dass das Internet allein Schuld ist. Hohe Erwartungen und ein perfektes, suggeriertes Beziehungsbild, machen vieles Kaputt.
Redet miteinander, werft nicht immer gleich alles weg und arbeit an euch und eurer Beziehung.

 

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