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Für viele Menschen ist es eher untypisch, vielleicht sogar befremdlich, alleine Urlaub zu machen. Wen wundert es? Man sieht ja auch eher selten Leute die ohne Begleitung auf Reisen unterwegs sind!

Kurztrip ohne Begleitung

Es ist Ende September und das Jahr bewegt sich langsam aber sicher ins letzte Quartal. Zeit für meine letzte Urlaubswoche. Noch einmal richtig Entspannen bevor der Jahresendgeschäft Stress beginnt.
Zu Hause fällt es mir mittlerweile richtig schwer komplett zu entspannen. Mir fehlt der Abstand zur Arbeit, da ich Zuhause auch sehr viel arbeite. Also war es für mich klar, dass ich einfach für ein paar Tage rausmuss, um den Alltag hinter mir zu lassen.
Gesagt getan. Über Online-Portale für Kurztrips lassen sich mittlerweile Reisen einfach und schnell buchen.
Meine Wahl fiel auf Oberhof im Thüringer Wald. Natur war mir wichtig, denn das hektische Treiben einer Großstadt fühlte sich für mich nicht nach Entspannung an.
Samstag Nacht gebucht und am Montagnachmittag ging es auch schon für mich los.
Ziemlich spontan, zumindest für meine Verhältnisse.

Warum es mich Überwindung kostete

Leser meines Skoliose-Beitrags wissen vermutlich warum es mir nicht leicht fiel.
Für mich war es nie einfach alleine zu sein. Vor allem nicht alleine unterwegs zu sein. Der Grund dafür ist mein fehlendes Selbstbewusstsein und meine Skoliose.
Daran habe ich in den letzten Jahren stark gearbeitet und mir fällt es jetzt deutlich leichter alleine zu sein.
Mittlerweile genieße ich die Zeit mit mir selbst sehr und kann auch solche Schritte, wie diesen Kurzurlaub wagen.

Mein Fazit

Ganz Klar, drei Tage Urlaub sind deutlich zu wenig. Für die Erfahrung alleine sind die drei Tage aber vollkommen in Ordnung. Es ist wie ein herantasten an das Urlaub alleine machen. Der nächste Kurztrip wird definitiv länger, dann bleibt auch etwas mehr Zeit, um mehr zu unternehmen. Ich habe mich im Vorfeld dagegen entschieden zu viel zu planen. Sonst ist die Erwartung an mich und den Urlaub zu hoch und ich bin am Ende enttäuscht.
Es war wie erwartet schon eine ordentliche Überwindung und ich hab mal wieder festgestellt, wie sehr ich mir selbst im Weg stehe. Ich habe mir fest vorgenommen mir ein Restaurant zu Suchen und alleine Essen zu gehen. Hab es aber nicht geschafft. Es kostete mich zu viel Überwindung.
Zu viele Gedanken schwirrten mir im Kopf herum über die Urteile anderer. Nüchtern betrachtet ist es natürlich Quatsch, sich davon beeinflussen zu lassen. Aber in dem Moment ist es eben dann doch immer anders.
Die Blicke am Frühstücksbuffet im Hotel waren dabei nicht sehr hilfreich. Immerhin habe ich das durchgezogen.
Mein Highlight war definitiv der Dienstag. Ich habe mir ein Buch und Comics eingepackt und bin einfach losgelaufen.
Der Thüringer Wald ist wirklich schön und ruhig – perfekt zum Abschalten. Ich genoss die Zeit und das Lesen in der Natur sehr.
Corona hat mein Urlaubserlebnis kaum bis gar nicht beeinflusst. Ich habe mich natürlich an die Maßnahmen gehalten und das Hotel hat auch super Vorkehrungen getroffen.

Gründe für den Urlaub alleine

Zum Abschalten und herunterkommen ist es meiner Meinung nach die beste Möglichkeit. Es kommt natürlich sehr auf die eigene Person an, ob man lieber in die Natur oder in die Stadt geht. Für mich ist es ganz klar die Natur.
Für mich fühlte sich der Urlaub befreiend an. Ich war unabhängig und konnte mir alles vornehmen worauf ich Lust hatte.
Ich hatte in der Vergangenheit öfter Schwierigkeiten mit Freunden und Familie im Urlaub. Irgendetwas führte einfach immer zu Streit oder zu Meinungsverschiedenheiten – Entspannung pur also. Dieses Problem fällt komplett weg.
Für das Selbstbewusstsein ist es definitiv ein ordentlicher Schub. Für mich war es das und ich ging gestärkt aus diesem Urlaub. 

Ich hoffe ich konnte dir eine andere Perspektive geben und zeigen, dass es auch durchaus etwas Schönes hat alleine Urlaub zu machen.
Es war definitiv nicht mein letzter Urlaub alleine und ich freue mich schon auf den nächsten.

Tony

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